Umdenken beim Tagestourismus

Umdenken beim Tagestourismus – Konzepte statt Hetze!

Sorgen um die eigene Zukunft, Unmut über die Auflagen durch den zweiten Lockdown und dann noch der Ärger über den Ausflugsverkehr – keine Frage: Corona legt die Nerven vieler Bürger blank. Die Pandemie und der damit verbundene Lockdown werden uns auf noch kaum absehbare Zeit begleiten; genauso wie die damit verbundenen persönlichen, sozialen und wirtschaftlich schwer voraussehbaren Folgen. Jeder einzelne spürt die Einschränkungen und nimmt wahr, ob sich sein Umfeld an die Schutzmaßnahmen hält. Ist das nicht der Fall, empfinden wir Ungerechtigkeit, die sich Bahn bricht mit teils hasserfüllten Kommentaren in den sozialen Medien und der Presse, in einer Spaltung von „wir“ und „die“.

Deshalb ist es so wichtig, sachlich und besonnen zu reagieren: „Die Einhaltung der geltenden Corona Regeln ist unser aller Bürgerpflicht“, so Thomas Tomaschek, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag Miesbach.

Die Grünen fordern Respekt gegenüber der Natur und dem privaten Eigentum auch und gerade in Krisenzeiten. Alle sind aufgerufen, ihr Bedürfnis nach Frischluft wohnortnah zu stillen, auf das notwendige Maß zu reduzieren und gefährliche Sportarten zum Schutz der Kapazitäten in den Krankenhäusern zu unterlassen. Dies ist unabhängig davon, wo und wie lange man schon an einem Ort wohnt und welches Ortskennzeichen das Auto hat.

Eines wird angesichts der aktuellen Verkehrssituation aber nur zu deutlich – und das hat mit Corona wenig zu tun: Seit vielen Jahren hat der Landkreis ein massiv wachsendes Verkehrsproblem. Das wird uns auch in Zukunft begleiten; solange schwerpunktmäßig weiter in das Straßennetz investiert wird. Wer sich noch vor gut einem Jahr beim vierspurigen Ausbau der B318 in Szene gesetzt hat, braucht sich jetzt nicht darüber zu wundern, dass diese Straße auch verstärkt genutzt wird.

„Die Grüne Kreistagsfraktion setzt auch weiterhin auf den Ausbau von Bus und Bahn“, so Cornelia Riepe, stellv. Fraktionssprecherin der Kreistagsgrünen. Die Akzeptanz eines öffentlichen Nahverkehrs steht und fällt mit einem attraktiven Angebot. Nötig ist die Elektrifizierung und der teilweise zweigleisige Ausbau der BRB sowie intelligente Lenkungskonzepte, um den regelmäßigen Verkehrsinfarkt aufgrund des Ausflugsverkehrs zu stoppen. Auch muss der Landkreis verstärkt in sinnvoll nutzbare Anbindungen von kleineren Gemeinden und Gemeindeteilen an die Hauptbus- und Bahnlinien investieren.

Ebenso könnten Investitionen in weiträumige Strategien zur Besucherlenkung und die Schaffung von Alternativangeboten und attraktiven Naherholungsgebieten im direkten Münchner Umland die südlichen Landkreise entlasten.

Das Ziel ist klar: Mit einem Verkehrskonzept, das konsequent Alternativen zum Auto schafft, und mit einem nachhaltigen und sanften Tourismus können in Zukunft aufgeheizten Situationen wie der aktuellen entgegengewirkt werden. Davon profitieren wir alle!

Thomas Tomaschek  &  Cornelia Riepe
(Fraktionssprecher / stellv. Fraktionssprecherin)

Verwandte Artikel