Mehr Grün für Otterfing

Unser Wahlprogramm 2020

Ein gutes Leben in Otterfing: 10 Punkte für unsere Zukunft

Wir, die Grünen in Otterfing, wollen, dass alle Mitbürgerinnen und Mitbürger – Junge und Ältere, Familien und Singles, Einheimische und „Zuagroaste“ – ein „gutes“ Leben in Otterfing führen können. Für uns bedeutet das, die Lebensqualität in unserer Gemeinde mit Bedacht weiter zu steigern, unser Miteinander zu stärken sowie langfristig die Zukunft für uns und unsere Kinder zu sichern. Deshalb sind die wichtigsten Themen der kommenden sechs Jahre für uns:

  • Unsere Zukunft durch Klimaschutz sichern
  • Bezahlbares Wohnen für Jung und Alt ermöglichen
  • Bürgerbeteiligung und respektvolles Miteinander stärken

Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein. Und die Weichen stellen wir hier in Otterfing, im Gemeinderat, mit der Verwaltung, mit den Vereinen und im Bürgerforum der Agenda 21, aber auch in jeder Nachbarschaft und in jedem Haushalt.

Wir wollen mit unseren Nachbargemeinden zusammenarbeiten, unser Wissen und unsere Erfahrungen dazu teilen.

Download als PDF


Klimaschutz und Energie: Die Zukunft für unsere Kinder sichern

Unsere Gemeinde soll Vorbild für uns Bürgerinnen und Bürger sein. Sie soll uns im Alltag unterstützen, damit wir gemeinsam das Ziel erreichen, 2035 klimaneutral zu sein. Dazu muss sie ab sofort den Klimaschutz deutlich stärker vorantreiben. Der Gemeinderatsbeschluss von 2006, Otterfing bis 2035 klimaneutral zu machen, muss umgesetzt werden. Hierzu wollen wir insbesondere:

  • Eine Selbstverpflichtung des Gemeinderats, bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima zu prüfen und hierüber einmal jährlich Rechenschaft abzulegen.
  • Prüfung und Umsetzung des Klimaschutzkonzepts des Landkreises Miesbach bzw. der Vorschläge des INOLA-Projekts für das Oberland – angepasst auf Otterfing
  • Gemeindeeigene Photovoltaikanlagen ausbauen und auch den Ausbau im Gewerbegebiet und durch private Haushalte anschieben
  • Das von der bayrischen Staatsregierung beschlossene Windkraftprojekt im Hofoldinger Forst mit Bürgerbeteiligung umsetzen und frühzeitig Bürgerinnen und Bürger über Planungen und Entwicklungsstand informieren und so weit wie möglich einbinden
  • bestehende Gemeindegebäude energetisch sanieren
  • Bauvorschriften im Sinne des Klimaschutzes anpassen
  • Die CO2-neutrale Wasserversorgung sicherstellen
  • Die Otterfinger Straßenbeleuchtung komplett auf LED umstellen
  • Private Haushalte durch Energieberatung bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und Energiesparen unterstützen
  • Einen jährlichen Klimaschutzpreis für private Haushalte in Otterfing und ortsansässige Unternehmen einführen

Ortsentwicklung: Planen, wie sich unsere Gemeinde entwickeln soll

Wir leben gerne in Otterfing. Denn es ist schön hier. Damit wir auch langfristig eine dörfliche Gemeinde bleiben können, müssen wir den bereits bestehenden und durchdachten Ortsentwicklungsplan den aktuellen und zukünftigen Erfordernissen anpassen. Traditionell und gleichzeitig modern, gelegen zwischen Großstadt und Land. Klingt wie ein Widerspruch? Nein. Denn nur wenn wir Otterfing bewusst weiterentwickeln, können wir bewahren, was uns gefällt.

Dazu gehört auch, dass ergänzend zum Penny-Markt endlich die Ansiedlung eines Vollsortimenters geklärt wird. Dazu wollen wir mit der REWE-Gruppe verhandeln, ob auf dem Penny-Parkplatz ein ebenerdiger Vollsortimenter mit Tiefgarage errichtet wird. Darüber sollen Wohnungen entstehen.


Wirtschaft: Unsere Grundlagen sichern und das Potenzial ausbauen

Klimakrise und Digitalisierung verändern die Wirtschaft in Bayern bereits jetzt rasant. Auch wir in Otterfing müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir langfristig attraktive und leistungsstarke Unternehmen und Handwerksbetriebe bei uns ansiedeln und halten, die zu uns, unseren Klimaschutzzielen und unserer Verkehrssituation passen. Dafür wollen wir gemeinsam mit Unternehmens- und Handwerksvertretern ein Zukunftskonzept entwickeln.


Soziales und Miteinander

Wie wir miteinander leben wollen und uns engagieren, betrifft viele Lebensbereiche – und auch Punkte unseres Wahlprogramms. Darüber hinaus liegen uns die folgenden Aspekte besonders am Herzen.

  • die Kinderbetreuung in der Gemeinde darauf vorbereiten, das ab 2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder besteht
  • für junge Otterfinger Familien ist es oft existenziell wichtig, dass sie eine sichere und ausreichende Kinderbetreuung haben. Dass dies für alle – auch für Alleinerziehende – möglich und bezahlbar ist, dafür treten wir ein
  • Anforderungen an Skaterplatz und möglichen Jugendtreff prüfen und planen. Die Ergebnisse dann in das Gesamtkonzept zum Sportzentrum integrieren
  • freies W-LAN am S-Bahnhof und Sportzentrum zur Verfügung stellen
  • das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge in der Gemeind und fördern und ihre Integration unterstützen
  • Betreutes Wohnen für pflegebedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger möglich machen
  • uns ist die Teilhabe von behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern am öffentlichen Leben wichtig. Deshalb setzen wir uns ein für den barrierefreien Umbau des S-Bahnhofs
  • für eine bessere Beleuchtung am S-Bahnhof sorgen, damit sich alle sicher fühlen können

Bezahlbares Wohnen ermöglichen

Wohnen in Otterfing ist teuer und wird es mittelfristig auch bleiben. Deshalb möchten wir den gemeindeeigenen Wohnungsbau fördern und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne langfristig das Eigentum der Gemeinde an Flächen und Immobilien aufzugeben. Insbesondere für junge Familien und ältere Menschen mit niedrigen Renten möchten wir Perspektiven schaffen. Niemand soll wegen zu hoher Mieten aus Otterfing wegziehen müssen.

Dazu wollen wir:

  • Ein langfristig angelegtes Einheimischen-Programm auf Erbpachtbasis auflegen
  • Den Dachgeschossausbau fördern (Gauben zulassen), um mehr Wohnraum zu schaffen, ohne weitere Flächen zu erschließen und zu versiegeln
  • Mehrgenerationen-Wohnen und gemeinschaftliches Wohnen u.a. auf der Thoma-Wiese fördern und ermöglichen, ohne das Eigentum der Gemeinde am Grund aufzugeben.
  • Nicht die ganze Thoma-Wiese bebauen, sondern ein Drittel dauerhaft unbebaut lassen und als Park und Spielplatz ausweisen

Bürgerschaftliches Engagement: Anerkennung und Zusammenhalt fördern

Viele Bürger/Innen engagieren sich in Vereinen und Ehrenämtern. Das möchten wir ausbauen und vor allem stärker anerkennen – sei es in Sport, Musik, Agenda 21 oder in der Senioren- oder Flüchtlingshilfe. Konkret bedeutet das:

  • Eine enge Vernetzung von Gemeindeverwaltung und Gemeinderat mit den Arbeitskreisen der Agenda 21 und ihren Aktivitäten
  • Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und Projekten durch moderne und zeitnahe Kommunikation (Website und Gemeindeblatt)
  • Konkrete Realisierungshilfe bei Projekten und Maßnahmen durch die Gemeindeverwaltung (z.B. Förderprogramm „Gesunde Kommune“ der AOK Bayern)
  • Einen jährlichen Neujahrsempfang der Gemeinde für Vereine und Initiativen, im Rahmen dessen erfolgreiche Projekte und besonderes Engagement vorgestellt und gewürdigt werden

Bürgerinformation und -beteiligung: Transparenz und Mitsprache schaffen

Wir möchten, dass die Otterfinger Bürgerinnen und Bürger einen schnellen und sachlich fundierten Überblick über die wichtigen Entwicklungen in unserer Gemeinde bekommen und im Vorfeld wichtiger Entscheidungen Gehör finden. Deshalb wollen wir:

  • Einen jährlichen Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters zur Erreichung der Klimaschutzziele
  • Eine halbjährliche Bürgerinformation durch den Bürgermeister über alle wichtigen und aktuellen Themen in der Gemeinde
  • Zeitnahe und sachlich fundierte Informations- und/oder Planungsveranstaltungen bei großen Projekten für Otterfing, wie z.B. Ortsentwicklung und Energieprojekte und eine rechtzeitige Vorabinfo dazu auf der Website der Gemeinde
  • Transparenz und zeitnahe Veröffentlichung aller wichtigen, nicht geheimen Entscheidungen des Gemeinderats auf der Website der Gemeinde in aussagekräftiger und nachvollziehbarer Form
  • Gute Kontaktmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger zu allen Gemeinderäten sowie die Einrichtung eines Gemeindestammtisches

Verkehr: Mobilität für die Zukunft planen

Wir sind überzeugt, dass sich der Nahverkehr in den kommenden Jahren stark verändern wird. E-Bikes, S-Bahn, BOB und Bus werden eine viel wichtigere Rolle für uns spielen. Vieles davon können wir bereits heute lokal mitgestalten. Deshalb wollen wir für eine bessere Anbindung von Otterfing sorgen, indem wir:

  • Den Radweg nach Holzkirchen entlang der Bahn als Teil des Radhauptwegs München – Holzkirchen bzw. Tegernsee zügig ausbauen
  • Ein kommunales Carsharing einrichten und fördern
  • Lademöglichkeiten für Elektroautos und E-Bikes schaffen, v.a. in Bahnhofsnähe
  • uns für den durchgehenden 20-Minuten Takt einsetzen, um noch mehr Pendler vom Auto auf die Schiene zu bringen
  • uns für einen BOB-Halt in Otterfing sowie eine bessere Fahrplanabstimmung Richtung Miesbach einsetzen
  • Tempo 30 in der Bahnhofs- und Kreuzstraße einrichten
  • am Ortseingang in der Dietramszeller Straße den Verkehr beruhigen
  • am Kreisel (nördlicher Ortsausgang) für mehr Kindersicherheit sorgen

Artenschutz: Alle ins Boot holen und dranbleiben

Durch das Bürgerbegehren wurde viel für den Artenschutz getan. Jetzt heißt es auch in Otterfing, konkrete Maßnahmen durchzuführen, denn neben den Landwirten können auch die Gemeinde sowie alle Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag leisten. Deshalb ist unser Ziel:

  • Bei Verpachtungen von gemeindeeigenen Landwirtschaftsflächen naturgemäße Landwirtschaft zur Voraussetzung machen
  • Die Wasserwirtschaft in Gemeindehand halten
  • Wirklich auf allen Gemeindeflächen Blühstreifen einrichten (z.B. auch Straßenränder, Kreisel) 
  • Aktiver Dialog mit Landwirten
  • Bei der Renaturierung von Kiesgruben Monokulturen verhindern
  • Den Baum- und Heckenbestand in Otterfing erhalten und ausbauen
  • Durch Information Handlungsmöglichkeiten für Artenschutz in privaten Haushalten aufzeigen

Sportzentrum: Realistisch gemeinsam planen und dann bauen

  • Die langjährige Auseinandersetzung um das Sportzentrum hat viel Kraft und Zeit gekostet. Wir wollen diesen Konflikt befrieden und lösen. Es soll in der Sache endlich vorangehen, damit wir uns gemeinsam anderen, dringlichen Aufgaben wie Klimaschutz und bezahlbarem Wohnen zuwenden können. Deshalb wollen wir ein sinnvolles und wirtschaftlich tragbares Gesamtkonzept entwickeln, das z.B. auch den Bedarf von Jugendlichen, den Skaterplatz und einen Jugendtreffpunkt berücksichtigt.

Download als PDF