Hortplätze sind knapp

… und ist eine Mittagsbetreuung eigentlich das Gleiche?

Nein, eindeutig nicht.

Das haben auch einige Holzkirchner Familien gemerkt, als sie zum Schulanfang nicht wie gewünscht einen Hortplatz für ihre Kinder bekamen, sondern einen Platz in der Mittagsbetreuung.

Als direkt Betroffene merkt man den Unterschied der beiden Einrichtungen doch recht schnell:

  • Die Betreuungszeiten der Mittagsbetreuung sind deutlich kürzer als bei einem Hort.
  • Im Hort ist ein Personalschlüssel einzuhalten, d.h. es muss eine gewisse Anzahl an Fachpersonal vorhanden sein, in der Mittagsbetreuung ist das nicht so, d.h. hier arbeiten auch ungelernte und fachfremde Personen.
  • Das Hinzubuchen der Ferienbetreuung ist bei der Mittagsbetreuung wesentlich teurer als im Hort.

War die Betreuungszeit der Kinder während der Krippen- und Kindergartenzeit noch recht gut, so reduziert sich diese beim Schulstart doch sehr deutlich und viele Familien sind auf Hortplätze angewiesen. Die Öffnungszeit einer Mittagsbetreuung reicht oft nicht aus.

Meist sind die Mütter der Familien die Leidtragenden. Noch immer verdienen Frauen – auch für den gleichen Job – weniger als Männer, daher reduzieren Mütter häufiger als Väter ihre Arbeitszeit, falls die fehlende Kinderbetreuung dies erfordert. Das ist ungerecht!

„Auch in Holzkirchen reichten die Hortplätze diesen Herbst nicht aus“, sagte Anita Gritschneder. „Ab 2025 haben Familien einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder. Bis dahin muss die Gemeinde genügend Hortplätze schaffen.“

„Eine der wichtigsten Stellschrauben hier sind die notwendigen Fachkräfte. Wir müssen uns als Gemeinde Gedanken machen, wie man diese Berufe attraktiver machen kann. Möglichkeiten wären bezahlbarer, gemeindeeigener Wohnraum, Gehaltszulagen oder weitere Maßnahmen, um junge Leute für diese Berufsgruppen zu motivieren“.

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