Gebietseigene Blühflächen auf den Weg gebracht

Im Juli 2020 hatte die Fraktion GRÜNE & SPD einen Antrag auf Prüfung kommunaler Flächen für die Anlage von Blühflächen gestellt. „Wir freuen uns, dass unser Antrag mit so viel positivem Feedback einstimmig angenommen wurde“, so unser Grünes Gemeinderatsmitglied Carsten Brockmann. Überprüft werden sollten insbesondere Flächen an Straßenrändern, Fuß- und Radwegen, Kreisverkehren und auf Ausgleichsflächen. Es ging uns um eine ökologische Aufwertung kommunalen Liegenschaften, die dem Artenreichtum heimischer Insekten und Wildbienen dienen und dabei gleichzeitig eine bunte Bereicherung unseres Ortsbildes darstellen können.

Die Verwaltung hat dazu im Herbst 2020 Barabra Krogoll vom Landespflegeverband Miesbach e.V. (LPV) sowie Simone Kerkel vom Gartenbauverein Schaftlach-Waakirchen e.V. (GBV) hinzugezogen. Es wurden ca. 20 innerörtliche kommunale Flächen in Marienstein, Hauserdörfl, Waakirchen, Schaftlach, Piesenkam und Krottenthal identifiziert. Der LPV wird die Verwaltung und den GBV beratend unterstützen bei der Anreicherung mit Samen aus artenreichen Wiesen der näheren Umgebung und regionalen Herkünften über das ‚Wiesenkopierverfahren‘ oder Mahdgutübertragung. Barbara Krogoll betonte, eine Blühwiese müsse nicht immer über Bodenaustausch und Ansaat neu angelegt werden. Oft reiche eine Anpassung der Pflege, damit sich auch innerorts eine artenreiche Wiese entwickelt. Hierzu hat der LPV mit den Mitarbeitern des Bauhofs geeignete Arbeitsabläufe und das passende Mahdgeschirr besprochen.

Parallel bot der GBV an, bei der Anlage von blütenreichen Streifen entlang der kommunalen Strassen und Liegenschaften zu unterstützen. Der LPV erinnerte daran, dass seit 1. März 2020 gesetzlich vorgeschrieben sei, dass in der freien Natur nur „gebietseigenes“ Saatgut zum Einsatz kommen dürfe.

Ergänzend könne der LPV die Gemeinde Waakirchen im Außenbereich unterstützen bei der sinnvollen Pflege auf extensiv genutzten Streuwiesen, auf Magerrasen an Waldsäumen, entlang weide- und forstwirtschaftlicher Wirtschaftswege, auf kommunalen Ausgleichsflächen sowie entlang unserer Moore. Der LPV kann für solche Projekte staatliche Fördermittel beantragen und damit lokale land- und forstwirtschaftliche Betriebe in die Anlage- und Pflegemaßnahmen einbinden.

Ab Ende April 2021 ist die erste Aussaat unter Begleitung des GBV angedacht. Interessierte Bürger und Gartenbesitzer sollen über den Gemeindeboten zu den verschiedenen Einsaatterminen eingeladen werden, um ihr Know-How aufzufrischen.

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