Bürgermeisterwahl: Podiumsdiskussion in Miesbach

Gute, flexible Kinderbetreuung und bezahlbarer Wohnraum

„Wir brauchen nicht nur genügend Räumlichkeiten, um ausreichend Kindergartenplätze anbieten zu können – sondern diese Plätze sollten auch qualitativ hochwertig und flexibel in den Öffnungszeiten sein“, stieß Bürgermeisterkandidatin Astrid Güldner bei der gestrigen Podiumsdiskussion des Miesbacher Merkurs an.

Auch für mehr bezahlbaren Wohnraum müsse die Stadt weiterhin sorgen, damit sich zum Beispiel auch junge Familien das Wohnen in Miesbach leisten können. „Kommunalen und sozialen Wohnungsbau muss man als Stadt aber auch finanzieren können!“, merkte Astrid Güldner bei einem der drei großen Themenschwerpunkte des Abends an. Und sie hat dafür auch Ideen: „Man könnte zum Beispiel Stadtwerke gründen, um da – neben der Energie – auch die kommunalen Wohnungen einzugliedern.“

„Wir müssen die Firmen vor Ort stärken“

Zur Gewerbeansiedlung erklärt unsere Bürgermeisterkandidatin: „Ich bin sowieso ein großer Fan des Mittelstands. Den würde ich auch hier in Miesbach fördern – auch der Bodenständigkeit wegen, die diese Betriebe mitbringen.“ Und ergänzt: „Wir müssen die Firmen vor Ort stärken und uns nicht unbedingt hier noch einen Vinzenzmurr reinsetzen.“

Stadtentwicklung gemeinsam und mit Konzept

„Die Marktplatzumgestaltung war der Anfang eines fraktionsübergreifenden Prozesses“, erklärte Güldner, die Mitglied des Arbeitskreises Marktplatz ist. Angesichts des Konsens beim Evaluierungsgespräch, den Marktplatz jetzt nicht zum Streitthema im Wahlkampf werden zu lassen, zeigte sie sich auch enttäuscht vom Alleingang der CSU. Sie befürwortet vielmehr eine Stadtentwicklung mit einem Konzept, das die gesamte Innenstadt im Blick hat und von allen gemeinsam erarbeitet wird – Bürgermeister*in, Stadträt*innen, Geschäftsleuten und den Bürger*innen.

Ähnlich will Astrid Güldner auch die Entwicklung am Haberer Platz beschreiten. „Ich will keinen Investor, der uns diesen Platz entwickelt. Wir wollen gemeinsam mit dem, was die Bürgerinnen und Bürger wollen und dem, was wir als Stadt vorgeben diesen schönen Platz entwickeln und uns dann gegebenenfalls einen Investor oder andere Finanzierungsmöglichkeiten suchen.“

Bezüglich des von einem Mitbewerber angedachten Parkdecks bei der Eishalle wies die grüne Stadträtin darauf hin, dass eine Bebauung aufgrund der Bergwerksschächte im Untergrund teuer werden kann und dass die Zufahrt über einen Bahnübergang zu erheblichen Rückstaus führen würde. „Wenn der 30-Minuten-Takt kommt, geht die Schranke ja vier Mal pro Stunde zu.“

Der mögliche Parkplatzgewinn wird somit nicht in Verhältnis zu den Kosten stehen.

Ein Leser wollte von den Kandidat*innen wissen, ob sie sich Tempo 30 in der Innenstadt vorstellen könnten. Astrid Güldner sprach sich dafür aus, auch „weil wir dann weniger Schilderwald hätten“.

Vielen Dank an Zuschauer*innen im Bräuwirt und über den Livestream

Auf die Frage, ob Güldner die Miesbacherinnen und Miesbacher nach 17 Jahren Bürgermeisterin doch lieber wieder einen Mann sehen würden, antwortete Güldner: „Es ist ja keine Sache zwischen Frau und Mann, sondern ob man die Politik gut findet, die diese Person macht.“

„Mein Miesbach ist ein Miesbach, das seine Traditionen pflegt aber auch offen ist für neue Ideen“, stellt Astrid Güldner am Ende ihre Vision vor. „Ich möchte gemeinsam mit Ihnen unser Miesbach weiterentwickeln.“ Sie richtete ihren Dank an die Zuhörer*innen und bat um deren Vertrauen: „Ich hoffe, Sie schenken mir am 15. März ihre Stimme.“

Der Miesbacher Merkur hat die Podiumsdiskussion auch im Livestream übertragen. Das Video steht nun auch auf der Webseite zum Abruf zur Verfügung.

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