ADFC-Fahrradklima-Test zeigt Probleme beim Radverkehr in Miesbach auf

77 Prozent der Radlerinnen und Radler fühlen sich in Miesbach nicht sicher. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) vorgestellt hat. 79 Prozent der Befragten geben zudem an, dass in der letzten Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. 65 Prozent fühlen sich auf dem Rad als Verkehrsteilnehmende nicht ernst genommen und 82 Prozent geben an, dass in Miesbach nicht fürs Radfahren geworben wird. Dass Falschparker auf Radwegen großzügig geduldet werden, bemängeln 62 Prozent der Befragten.

Bessere Reinigung der Radwege gefordert

Auch beim Winterdienst hapert es in Miesbach: 56 Prozent geben an, dass die Radwege im Winter weder geräumt noch gestreut werden. Fast ebenso viele (55 Prozent) sagen, dass die Radwege selten gereinigt werden. Zudem kritisieren 65 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen, dass die Ampelschaltungen in Miesbach schlecht auf den Radverkehr abgestimmt sind und 63 Prozent wünschen sich mehr Einbahnstraßen, die für Radfahrende geöffnet sind.

Kein gutes Sicherheitsgefühl

Rund drei Viertel der Miesbacher Radfahrenden (74 Prozent) finden, dass es häufig Konflikte mit Autofahrer*innen gibt. Kaum geeignete Abstellanlagen fürs Radl finden 81 Prozent der Befragten. 64 Prozent sagen, die Oberfläche der Radwege ist in schlechtem Zustand und 65 Prozent bewerten die Radwege als zu schmal.

Hintergrund

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt und umfasst 27 Fragen. Bei der aktuellen Befragung wurden außerdem 5 Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie in den Städten gestellt. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Stadt abgeben. 2020 bewerteten 95 Menschen das Fahrradklima in Miesbach, deutschlandweit waren es rund 230.000.

Die Ergebnisse für Miesbach zeigen Aufholbedarf: 81 Prozent fühlen sich beim Radeln im Mischverkehr mit PKW bedrängt und behindert und 62 Prozent sagen, das Fahren auf den Radwegen Miesbachs ist unsicher.

Mit einer Gesamtbewertung der Radverkehrssituation von 4,21 belegt Miesbach deutschlandweit Platz 350 von 418 in der Kategorie < 20.000 Einwohner*innen.

Aufgrund der Ergebnisse im Klimatest 2018 hatte die Grüne Fraktion im Sommer 2020 den lange ruhenden AK Rad mittels eines Antrages im Stadtrat wiederbelebt. Im Herbst 2020 tagte der AK Rad ( Vertreter aller Fraktionen, des ADFC und der ATS) zum ersten Mal und erstellte ein Konzept, indem die Schwächen und Mängel benannt wurden. Als erstes wurde nun in 2021 festgelegt, wo Abstellanlagen fehlen und erstellt werden sollen. Am 12.04. 2021 trifft sich der AK Rad wieder und wird im Rahmen eines neu aufgelegten Förderprogrammes des Bundes zur Förderung des Radverkehrs festlegen, welche Maßnahmen durch dieses Programm mit 80% der Kosten beantragt werden.

Nach dem Bau der neuen Abstellanlagen wird unser nächster Punkt sein die vorhandenen Rad-Fußwege baulich zu verbessern und den Bau überörtlicher Radwege mit anzuschieben.

Kick van Walbeek,
Stadträtin der Grünen und Mitglied im AK Rad

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